Mit einer Niederlage ist die Friedberger Erste aus Waldbüttelbrunn zurückgekehrt. Beim 24:29 (13:12) waren die Handballer aber bis kurz vor Schluss in Schlagdistanz.

Personell hatten die Gäste einige Sorgen am Samstagabend. Stefan Tischinger fehlte aus beruflichen Gründen, Fabian Abstreiter und Stefan Knittl gingen angeschlagen in die Begegnung. Die Oberschenkelverletzung, welche Abstreiter im letzten Training vor dem Spiel erlitten hatte, verhinderte seinen Einsatz nach der ersten Viertelstunde.

Der gefährlichste Werfer im Friedberger Rückraum war in dieser Phase Manuel Scholz. Zudem verteidigte der TSV ausgezeichnet und hatte in Benjamin von Petersdorff einen gut aufgelegten Keeper. Er konnte viele freie Bälle abwehren und sorgte dafür, dass seine Farben in der ersten Hälfte leichte Vorteile hatten.

Zwar konnte der TSV das hohe Niveau nach dem frühen 6:2 nicht ganz halten. Aber über ein 7:5 und ein 13:11 waren die Gäste dennoch stets knapp vorne. In die Kabinen ging es nach dem späten Anschlusstreffer für die Franken mit einem 13:12.

Nach und nach verschwanden aber diese Vorteile für den TSV. Jetzt agierten die Handballer bei eigenem Ballbesitz zu statisch. Gegen die aggressive Waldbüttelbrunner Abwehr fehlte das Tempo, zudem machten die Friedberger zu viele einfache Fehler. Besonders nach dem 16:16 hatten es die Gäste schwer. In den folgenden acht Minuten gelang ihnen kein Treffer, viele Gegentore fielen nach leichten Ballverlusten durch Konter.

Doch die 6 – 0 – Abwehr hielt immer gut dagegen. Auch das Friedberger Tempospiel funktionierte. Nach dem 16:20 machte zudem György Szouszki viel Betrieb auf der Mitte. Seine Zweikampfstärke sorgte für viele gute Aktionen, der Ungar machte vier Treffer. So kämpfte sich Friedberg auch dank der guten Defensive zurück.

Die Quote der Ballverluste sank, die Gäste spürten, dass dieses schwere Auswärtsspiel noch nicht entscheiden war. Und als Timo Riesenberger knapp fünf Minuten vor dem Ende den Ausgleich zum 23:23 geschafft hatte, war wieder alles drin.

In den letzten Minuten fehlte es bei den Friedbergern dann aber an der Konzentration im Angriff. Nur noch ein Treffer sollte ihnen gelingen, gleich fünf Gegentore am Stück in gut 180 Sekunden entschieden die Begegnung. So verlor Friedberg das zweite Auswärtsspiel in Folge. Mit dem 24:29 (13:12) bleiben die Handballer in der Bayernliga auf Rang neun. Am Samstag kommt der Spitzenreiter aus Bayreuth nach Friedberg.

Trainerin Christina Seidel sah Licht und Schatten: „Gut waren heute die Positionsabwehr und unser Torwart Benni von Petersdorff. Lange haben wir auch vorne überzeugen können, ehe wir im zweiten Durchgang zu viele leichte Ballverluste hatten. Da haben wir plötzlich zu leichtfertig agiert, es fehlte am Tempo und der Konzentration. Schade, dass uns nach der tollen Aufholjagd kurz vor Schluss etwas die Kräfte ausgegangen sind.“

 

Dorsch; v: Petersdorff; Okyere; Hrgic; Knittl (5/4); Szouszki (4); Tomic (3); Kaulitz (1); Müller; Riesenberger (5); Abstreiter; Scholz (5); Prechtl (1).

 

Domenico Giannino